Bausteine, Ideen, Grundgedanken ...

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Als Bausteine, Ideen gelten: Therapeutische Einheiten wie Gruppenprogramm, Indikationsgruppe/Behandlungspfad, Intensivtage (1-4 Tage), aber auch einzelne Elemente, die bisher noch als gelungene therapeutische Arbeiten im "Kopf" sind.

Bausteine sind weiter einzelne methodische Elemente, wie Rituale, Geschichten, Zitate, Zwiegespräche, Aufstellungen, Musik, Alterskreis, Stille ....

Und als Bausteine zu betrachten sind auch Begriffe wie "Radikale Akzeptanz" (Marsha Linehan), "Initiation", "Initiatisch", "Phänomenologisch", "Ressourcenorientierung"  usw. ...

 

Hintergrund ist der therapeutische Werdegang des Autors Jürgen Behring,  geprägt von über 15 Jahren klinischer Tätigkeit als Suchttherapeut, sowie vielfältigen eigenen therapeutischen und spirituellen Erfahrungen. Dadurch entwickelten sich tiefenpsychologische Fundierung, sowie Haltungen und Vorgehensweisen insbesondere aus der Humanistischen Psychologie und der systemischen Arbeit. Die Initiatisch-Phänomenologische Vorgehensweise lehnt sich  an an die Arbeit von ZIPAT (Zentrum für Initiatisch Phänomenologische Arbeit und Therapie). Der Gründer und Leiter W. Mauckner widerum ist geprägt u.a. von Potentialorientierter Psychotherapie (Wolf Büntig), Initiatischer Arbeit nach Graf Dürckheim und dem modernen spirituellen Ansatz des "Diamond Approach" ( H.A. Almaas).

Weitere "Quellen" aus denen Jürgen Behring schöpft(e) sind die Männerarbeit des Arbeitskreises Mann und Sucht des Landschaftsverbandes Westfalen (u.a. Fortbildung und Handbuch "Männlichkeiten und Sucht"), das Programm "Sicherheit finden" - Trauma und Sucht von Lisa Najevits, das 12 Schritte-Programm der Anonymen Selbsthilfegruppen und der Geist des "Förderkreises Bad Herrenalb" (Walther Lechler), sowie insbesondere wichtige Impulse von Dr. Peter Jessen, Dr. Friedrich Ingwersen, Dr. Konrad Stauss und Dr. Jirina Prekop.

Und schließlich ist das Ideenkonzept auch eine Fortsetzung der durch Rainer Koch (-Möhr) geprägten Arbeit im 2015 geschlossenen Männertherapiezentrum Fachklinik Flammersfeld (Westerwald). Dort wurden die "Vater und Sohn Wochen" entwickelt. 

Barbarossa-Klinik-Kelbra

 

Nüchtern gut leben Männergruppe

Die Heldenreise der Abstinenz

 

   1.      Nüchtern gut leben als Mann – Die Heldenreise der Abstinenz (Einführung I)

 

 2.      Kapitulation – Von der Freiheit, nicht mehr trinken zu müssen oder: Freiheit von der Macht der Droge.

 

3.     3. Gute 24 Stunden – „Nur für Heute“ gut leben.

 

   4.      Mein Vater und ich

  

5.      Abstinenz als Wert:                 

Scham und Schuld,

Stolz und Würde

 

6.      „Abstinenz füttern“ – Die Geschichte „Zwei Wölfe“

 

7.      Nüchtern gut leben als Mann:  Mann – Sucht - Gesundheit (Einführung II)

 

8.      Mut zum suchtfreien Leben

 

   9.     „Männerfreundschaft – Freunde und Gefährten“

 

     10. „Inventur und Wiedergutmachung – Aussöhnung mit dem Leben“

 

       11.  „Sucht – Sinn – Spiritualität: Von der zufriedenen zur erfüllten Abstinenz“

 

    12.  „Das Königreich der Abstinenz: Von Verantwortung und  Reichtum eines abstinenten Lebens“

 

 

Zusatzthemen:

 

 
„Abstinenz – Klasse!“                    Was uns der Witz von Klein Fritzchen sagen will.

 

  Nüchternheit: Was ist das eigentlich?


 

„Männer und Frauen: Das Abenteuer der Polarität“

 

(Stand: 17.09.2017)

 

 

 

 

"Vater und Sohn Woche"

Vater und Sohn Wochen im Männertherapiezentrum 

Fachklinik Flammersfeld (2010)

 

 

Vorüberlegungen

 

Seit 2009 gibt es im MTZ Fachklinik Flammersfeld für Patienten die Möglichkeit, sich im Rahmen von therapeutischen Intensivtagen der inneren Auseinandersetzung mit dem eigenen Vater zu stellen. Aus der Einsicht heraus, dass die Therapie männlicher Suchtkranker männliche Kernthemen in den Fokus einer Entwöhnungsbehandlung stellen muss, wurden neben der alltäglichen Integration von genderspezifischen Einsichten und Themen in den Therapieprozess die „Power-Woche: Ich und meine Kraft“ sowie die rituelle „Vater-Sohn Woche: „Mein Vater und Ich“ eingeführt. Das Programm wurde konzeptionell entwickelt durch den ehemaligen Leiter und Mentor der Fachklinik Flammersfeld, Rainer Koch-Moehr, heute Cleantime, und fortgeführt, variiert und weiterentwickelt von den männlichen Bezugstherapeuten Werner Tuneke und Jürgen Behring.

 

Hintergrund der Entscheidung für diese Wochen ist, dass wir bei der Abhängigkeitsentwicklung unserer Patienten insbesondere einen Zusammenhang sehen zwischen brüchigem Erleben der eigenen „Kraft“ und unsicherer „männlicher Identität“, wie

 

-                     Mangelhafte Bewältigung familiärer/biographischer Belastungen (Trennungen, Traumatisierungen, Vernachlässigung usw.) mit der Folge von Verhaltensauffälligkeiten („ich bin nicht o.k.“ – „ich bin ein Problem“)

-                     empfundene Minderwertigkeit/Scham als Junge/Mann nicht „gut genug“ zu sein,  insbesondere auch in der „Peer-Group“: Was muss ich tun um „cool“ zu sein?

-                     Unsicherheit im Zuge der sexuellen Entwicklung: „Was macht mich als Mann attraktiv für Mädchen?

-                     schulisches und/oder berufliches Scheitern

 

Daher gilt es, im Rahmen einer männerspezifischen Entwöhnungsbehandlung einen Raum zu bieten, in dem männliches Selbstwertgefühl sich wieder stabilisieren kann. Dem dienen insbesondere das Erleben und Hinzugewinnen eigener Kompetenzen und Selbstwirksamkeit, sowie das Erfahren, das Erleben der eigenen männlichen Identität. Wer bin ich als Mann? Was kann ich tun, um mich auf gute Art und Weise als Mann zu fühlen?

 

Auf psychotherapeutischer Ebene ist uns dabei die Auseinandersetzung mit den Sozialisationsbedingungen bezogen auf den Vater zentral, ist doch der Vater, vor weiteren väterlichen Bezugspersonen (Stiefvater, Lehrer, Trainer, Ausbilder ...) die männliche Identifikationsfigur und neben dem insbesondere großen Bruder das zentrale Rollenvorbild – wenn auch so manches Mal unbewusst. Und wir sind der Überzeugung, dass Mann werden, ganz zentral „Männer“ und das positive Erleben unter Männern braucht, um als Mann nicht in der Negativdefinition von weiblichen Anteilen und Abwehr von Defiziten, Schwächen „hängen“ zu bleiben.

 

Wir erleben bei unseren Patienten in aller Regel, dass die Beziehung zum Vater belastet, zumindest ambivalent ist:

 

-                     Nicht - Vorhandensein des Vaters (unbekannt, frühe Scheidung),

-                     sich verlassen fühlen, z.B. bei Abwesenheit des Vaters durch Arbeit

-                     sich nicht verstanden, angenommen fühlen 

-                     die Entwertung des Vaters durch die allein erziehende, dominante oder sich für Kränkungen/Verletzungen rächende Mutter (immer wieder sehen Männer ihren Vater „durch die Augen der Mutter“!!)

-                     Gewalterfahrung durch den Vater (Gewalt gegen den Sohn, gegen die Mutter)

-                     Suchterkrankung des Vaters

-                     Überforderung durch den Vater (hohe Leistungserwartungen: schulisch, sportlich, familiär, Arbeit, männliches Rollenbild)

-                     Unterdrückung der Autonomie (rigider Anpassungsdruck, Einforderung der Fortsetzung eigener Traditionen – insbesondere bei muslimischen Söhnen)

-                     Idealisierung des Vaters, ggf. verbunden mit frühem Verlust des Vaters

-                     Kriminalität des Vaters

 

Mit der rituellen „Vater-Sohn Woche“ bietet das MTZ Fachklinik Flammersfeld ein spezifisches erlebnisaktivierendes Angebot um den männlichen Patienten einen geschützten Rahmen zu bieten, die Verluste, Verletzungen, Beschämungen und auch die Sehnsucht im Rahmen der Beziehung zum Vater zu bearbeiten und darüber in Kontakt zur Qualität „Vater“ und „Väterlichkeit“  als Kern männlicher Identität zu finden. „ Eine Akzeptierung oder Aussöhnung mit dem Vater kann... zum Aufbau positiver männlicher Identifikation und Sicherheit beitragen, da bei Ablehnung des eigenen Vaters Männlichkeit häufig lediglich in der Unterdrückung weiblicher Anteile gesehen wird und damit eine Negativdefinition bleibt.“ („Männlichkeiten und Sucht. Handbuch für die Praxis“, Landschaftsverband Westfalen-Lippe 2009, S.49)

 

Die Qualität „Väterlichkeit“ wird  bewusst ausgeweitet auf weitere väterliche Bezugspersonen, sowie auch auf aktuelle oder mögliche zukünftige väterliche Bezugspersonen um weitere Ressourcen bezogen auf die Männlichkeit stabilisierende und stützende Bezugspersonen zu erschließen. Auch gewinnt das eigene Vater-Sein der Patienten an Bedeutung, erfährt Würdigung und Auseinandersetzung im Sinne der Thematisierung notwendigen, verantwortungsvollen Handelns über die Frage „Was brauchen Kinder, Söhne vom Vater?“

 

Im Bezugsrahmen der Gruppe suchtkranker Männer in der „Vater-Sohn-Woche“ wird darüber hinaus mit verschiedenen Methoden bewusst eine spezifische Gruppenatmosphäre aufgebaut. Die Struktur gebende, stützende und empathische Beziehungsgestaltung der Therapeuten und Begleiter (Angeln) kann als Modell „Väterlichkeit“ erlebt werden. Der Umgang in der Gruppe wird geprägt durch Mitgefühl, Respekt sowie Wahrnehmung und Achtung der individuellen Verletzlichkeit. Dies erleben die Patienten oft als so noch nicht erlebte Form der „Brüderlichkeit“. Gerade diese Gruppenatmosphäre bietet den Patienten die heilsam erlebte „nachnährende und korrigierende Erfahrung“: authentisches Fühlen, Durcharbeiten und Realisieren wünschenswerter Beziehungsgestaltung unter Männern.

 

Komplettes Skript hier

 

Das Fest der Nüchternheit

Paracelsus-Wiehengebirgsklinik,

Bad Essen

 

Gruppe Smaragd, Fest der Nüchternheit

 

Fest der Nüchternheit

am Donnerstag, den 18.Juni 2015

 

 

Beginn:

 

9:00 Uhr  Auftakt:

 

I.                    Musik: „Hänschen klein“, Patientin spielt das Hänschen: mit Hut und Stock geht sie durch den Kreis zur Musik

 

II.                  Herr Behring liest eine Geschichte

 

III.                Darstellung der Erfolge der Gruppe a) durch die Gruppe (Gruppensprecher/-Vertreter) am Flipchart, b) durch Herrn Behring: mündlich

 

IV.                Vorstellung der Erfolge jedes Einzelnen a) durch den Einzelnen, b) durch die Gruppe oder ein anderes Gruppenmitglied, durch Herrn Behring

 

V.                  Darstellung des Beitrags von Herrn Behring an den erreichten Erfolgen durch die Gruppe

 

(Gruppensprecher/Vertreter hier mit Flipchartvorlage)

 

VI.                Ausklang: Musik/ Tanz

 

 

12.00 Uhr Abfahrt zum Mittagessen

                   Festliche Tafel/ Pizzeria

 

 14.00 Uhr Proklamation der  Nüchternheit

 

VII.         Musik: „Gabriellas Song“

 

IX.                Anschließend Überreichung von Urkunden „Zertifikat der Nüchternheit“ durch Herrn Behring mit kleiner Würdigung bewiesener Nüchternheit aus Sicht des Therapeuten.

 

X.                  Abschlussritual – hier: Gruppe bildet Kreis jeder reckt Faust in die Mitte, mit Ton recken alle die Faust in die Höhe.

 

15.00 Uhr            Kaffeetrinken

 

 

„ZERTIFIKAT

DER

NÜCHTERNHEIT“

für

Herrn

Herr, Sie haben in den Wochen vor dem 18.Juni 2015 wichtige, zum Teil erhebliche Fortschritte in der Bewältigung Ihrer Suchterkrankung gemacht.

Im Bewusstsein lebenslanger Abhängigkeit haben Sie gezeigt, dass Sie Ihre Ziele klar und mutig verfolgen können.

In der Bewältigung von schwierigen Gefühlen haben Sie sich hinreichend handlungsfähig gezeigt und damit bewiesen, dass Sie kein hoffnungsloser Fall sind, sondern im Gegenteil: Bei konsequenter Fortsetzung des eingeschlagenen Weges bestehen gute Aussichten auf ein zufriedenes, erfülltes und glückliches Leben.

Das wünsche ich Ihnen von ganzen Herzen und

gratulieren Ihnen zu Ihrer Leistung.

Als Ausdruck meiner Anerkennung verleihe ich Ihnen

dieses „Zertifikat der Nüchternheit“.

 

Bad Essen, den 18.Juni 2015

 

Jürgen Behring

Diplom-Sozialpädagoge(FH)/Suchttherapeut (VdR anerkannt)