Mir der schönsten Butterblumenwiese, die ich je gesehen habe, grüße ich herzlich zum Jahresende.
An so viel schöne Momente in 2018 denke ich an diesen Tagen. Der Tag, als ich diese Blumenwiese im Frühjahr bei einem Ausflug in der Goldenen Aue zwischen Kelbra und Tilleda entdeckte, hielt solche Momente bereit - insbesondere, da ich meine Augen dafür öffnete. Ich werde ihn nie vergessen.
Allen Lesern von "Nüchern gut leben - Die Heldenreise der Abstinenz" wünsche ich von Herzen, dass es auch Ihnen gelingt, empfänglich zu sein und zu werden für die Schönheiten und das Glück, dass dieses Leben bereit hält. Und ich wünsche Ihnen die Gabe, sich immer wieder gerne daran zu erinnern - insbesondere in dunklen Zeiten, egal ob im Winter oder seelisch "dunklen Zeiten", die uns herausfordern.
Unter dem Aspekt der "Archetypen" der Heldenreise ist die Pflege des "Liebhabers" gemeint: sich zu öffnen für Freude, Leidenschaft, Sinnlichkeit. In Freude und Leidenschaft aufzugehen aus einem Gefühl im Inneren und nicht unter zu Hilfenahme von Suchtmitteln ist Lebenskunst und ein zentraler Aspekt der Heldenreise. Um nüchtern gut zu leben, brauchen wir diese Fähigkeit, sonst wird das Leben leer und trostlos. Dann lebt der Süchtige vielleicht abstinent, "trocken", aber noch nicht nüchtern. Denn nüchtern betrachtet brauchen wir die Freude und das Lachen für unsere Gesundheit. Darum ist die Pflege des Archetypen "Liebhaber/Liebhaberin" eine sehr ernste Angelegenheit! ;-)
 
Daher: Einen fröhlichen, suchtmittlfreien "Guten Rutsch", Freude an guten Erinnerungen des Jahres 2018 und alles Gute für ein abstinentes, erfreuliches Jahr 2019!
 
Ihr Jürgen Behring

Das Leben bietet so viel. So wächst diese Homepage seit einiger Zeit erstmal nicht so schnell weiter, wie im Anfangselan. Sie ist ja auch mein "Hobby". Auch das ist für mich "Nüchternheit". Alles zu seiner Zeit.

 

In das Konzept "Nüchtern gut leben - Die Heldenreise der Abstinenz" fließen Themen aus meiner eigenen langen Reise in der Suche nach Heilung und Lebensbewältigung, sowie Neugier nach Antworten auf Lebensfragen. Natürlich gründet  es in meinen Wurzeln, dem 12-Schritte-Programm  und dem "Bad Herrenalber Geist". Wesentliche Anregungen erhielt ich jedoch durch die initiatisch-phänomenologische Arbeit von ZIPAT, die männerspezifische Drogentherapie in der Fachklinik Flammersfeld (Rainer Koch), das Therapieprogramm Trauma und Sucht "Sicherheit finden" nach Lisa Najevits, sowie die Arbeitskreise "Mann und Sucht" des LWL Münster, sowie das Handbuch und die Fortbildung "Männlichkeiten und Sucht". Und vor allem danke ich all den Patienten, mit denen ich lernen durfte und die mich spüren ließen, welche Themen und Vorgehensweisen als wirksam erlebt wurden.

 

Der Behandlungspfad Männergruppe "Nüchtern gut leben-Die Heldenreise der Abstinenz" läuft nun seit über November 2016 mit fast durchgängig guter Resonanz in der Barbarossa-Klinik Kelbra. Immer wieder sind die Patienten dankbar überrascht wie über die Generationengrenzen die Themen Anregung zu fruchtbaren, offenen Gesprächen bieten und vor allem: Mut zum Reden machen. Besonders bewährt hat sich auch der Alterskreis - ein initiatisch-phänomenologisches Element. Die Gruppenmitglieder erleben das Phänomen Zeit, spüren das Thema Lebensspanne und nehmen das Thema jung und alt durch die Sitzreihenfolge besonders wahr. Mit der Integration von Neuen, die fortlaufend dazu stoßen können, ordnet sich die Gruppe fast schon mit Freude in der Altersreihenfolge - es ist den Männern wichtig geworden.  

 

Nicht nur in den Evaluationsbögen zu "Nüchtern gut leben" gibt es gute Rückmeldungen, auch in den Abschlusfragebögen zur Gesamttherapie oder in den Verabschiedungsritualen der Barbarossa-Klinik Kelbra wird immer wieder die Männergruppe "Nüchtern gut leben - Die Heldenreise der Abstinenz" als besonders hilfreich für den Therapieprozess benannt.

 

Das erfüllt mich mit Freude. Unabhängig, wie weit ich noch an dem Konzept weiter arbeite - vielleicht erst in der Rente ;-) - das Ziel, über Seelenthemen einen besonderen Zugang zum Verständnis der eigenen Persönlichkeit und Suchtgeschichte zu geben und damit zur weiteren therapeutischen oder individuelen Arbeit an sich selbst zu inspirieren, scheint mir fürs erste erreicht.

 

So blicke ich entspannt auf 2018. Ich strebe aktuell nichts an und schaue, wohin mich meine "Heldenreise" weiter führt ... und poste immer mal wieder etwas auf der Facebookseite "Nüchtern gut leben".

 

Herzliche Grüße und ein entspanntes und erfülltes 2018!

 

Jürgen Behring

 

5.Januar 2018

 

 


Männerredakteur Jörg M. Hirsch von "Tattva Vivveka"  - Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie & spirituelle Kultur hat mit Jürgen Behring ein Interview zum Konzept von "Nüchtern gut leben - Die Heldenreise der Abstinenz" geführt. Es ist in der Mai Ausgabe 2017 erschienen:

 

http://www.tattva.de/nuechtern-gut-leben-die-heldenreise-der-abstinenz/

 

 


Nüchtern gut leben heisst durchaus: lebendig leben. Das kennzeichnet ja gerade die Heldenreise der Abstinenz: Gefühle so zu leben, dass keine Suchtmittel benötigt werden. Das heisst auch zu lernen, sich ohne Suchtmittel lebendig zu fühlen - um sich nicht schließlich auszuliefern an die "SehnSucht" nach Leben, die ja scheinbar so einfach mit Suchtmitteln gestillt werden kann. Und für manche kann das Suchtmittel "Religion" sein - auch der christliche Glaube.

Daher heisst "Nüchtern gut leben" Gefühle spüren lernen, Gefühle bewältigen lernen, mit Gefühlen Lebensqualität leben: Sein statt Schein. Und Gefühle sind: Angst, Schmerz, Wut, Freude, Lust und all ihre Variationen.

Eine Heldenreise beinhaltet die Erfahrung dieser Gefühle, das Spüren, Durchleben und Bewältigen. Die Themen und Arbeitsformen von "Nüchtern gut leben" sollen dazu einladen und idealerweise diese Erfahrung ermöglichen.

Auch der christliche Weg ist eine Heldenreise - wenn er gegangen und nicht nur geredet wird. Die eigenen Themen, die eigenen Wunden wahrnehmen, zu sich stehen und bereit werden, altes Leben hinter sich zu lassen. Das heisst für mich "Das Kreuz auf sich zu nehmen" und durch das Sterben und Auferstehen ein neues Leben gewinnen, dass nicht mehr genommen werden kann - das heisst für mich "Christ sein".

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern Frohe Ostern -
und: ein gutes Leben!

Ihr

Jürgen Behring

 

Ostern 2017


Nüchtern gut leben - Die Heldenreise der Abstinenz ist nun auch bei Facebook: einfach "Nüchtern gut leben" suchen oder: https://www.facebook.com/HeldenreisederAbstinenz.de/

 

Bei Interesse kann auch eine Austauschgruppe in Form einer geschlossenen Gruppe wachsen. Angelegt ist sie.

 

1.4.2017


Die Premiere des Konzeptes als Vortrag insbesondere vor Mitgliedern von Sangerhäuser Selbsthilfegruppen stieß auf ein interessiertes und dankbares Publikum. Es war eine Freude.

 

Jürgen Behring

(Diplom-Sozialpädagoge/Suchttherapeut)

 

"Nüchtern gut leben  - 

Die Heldenreise der Abstinenz

oder: Mit "Hänschen klein" aus der Sucht ..."

 

 14.03. 18.00 Uhr Hilfeverein Sangerhausen

Kaltenborner Weg 10, 06526 Sangerhausen (Am Bahnhof)

 

„Nüchtern gut leben  -  Die Heldenreise der Abstinenz“

Oder

„Mit „Hänschen klein“ aus der Sucht …“

Neue Wege mit alten Ideen zur Lebens- und Suchtbewältigung stellt der Suchttherapeut Jürgen Behring am Dienstag, den 14.3.2017 im Hilfeverein Sangerhausen vor. Ausgehend von dem uralten Bild der Heldenreise, sowie Grundgedanken der Initiation stellt er sein noch in der Entwicklung befindliches Konzept „Nüchtern gut leben – Die Heldenreise der Abstinenz vor“.

Ist ein Mensch mit der eigenen Suchterkrankung konfrontiert, kann er nicht mehr davon laufen. Er muss sich Fragen stellen, angefangen mit „Bin ich wirklich süchtig?“ Und wenn er es ist, lässt es sich damit noch gut leben? Unzählige Süchtige haben bewiesen: Auch wenn nicht alles gut ist, lässt es sich dennoch „Nüchtern gut leben“. Es stellen sich jedoch zentrale Herausforderungen auf dem Weg in die Abstinenz und bei der Aufrechterhaltung eines stabilen Lebens.

Abstinente Suchtkranke leben alltäglich vor, welche heldenhaften Aufgaben zu meistern sind, um in einer von Suchtverhalten geprägten Gesellschaft der Suchtspirale nach unten zu entrinnen. Wo Beliebigkeit im Umgang mit Suchtmitteln herrscht, einfacher Erfolg und Lustgewinn, sowie „Makellosigkeit“ und „Leidvermeidung“ propagiert werden, ist es schwer, Kompetenzen zu gewinnen und zu bewahren, um nüchtern gut zu leben. Wer sich der eigenen Konflikte, Möglichkeiten und Grenzen nicht hinreichend bewusst ist, läuft Gefahr ins offene Messer der Sucht zu laufen oder wieder rückfällig zu werden.

Mit dem uralten Bild der „Heldenreise“ stellt Jürgen Behring jedoch nicht die (Sucht-) Krankheit in den Mittelpunkt sondern "Die Entwicklungsstufen" und die „Themen“ eines gelungenen Lebens - insbesondere auch in Form von zentralen Archetypen. Die Sucht ist für ihn nur ein Beispiel für die dem Menschen innewohnende Verletzlichkeit  - "die Wunde" und damit Ausgangspunkt der Heldenreise, einem Bild, das als ein Grundmuster von Mythologien vor allem der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell (1904–1987) bekannt gemacht hat.  Im bekannten Kinderlied „Hänschen klein“ wird der Wunsch auf eine Heldenreise besungen. Unter welchen Umständen wird Hänschen süchtig? Wie sähe sein Weg aus der Sucht aus? Anhand einfacher Bilder und Geschichten wie diesem Kinderlied werden von Jürgen Behring Ursachen für eine Suchtentwicklung und Perspektiven eines gelungenen Lebens aufgezeigt.

Jürgen Behring, Jahrgang 1958 und seit 2001 als Suchttherapeut in der stationären Rehabilitation für Abhängigkeitserkrankungen tätig, entwickelte „Nüchtern gut leben“ ursprünglich als Indikationsgruppe zur Stärkung von Abstinenzmotivation und Bewältigungszuversicht. Seit Oktober 2016 ist er in der Barbarossa – Klinik Kelbra tätig und lässt seine Ideen in einen Behandlungspfad als Männergruppe „Nüchtern gut leben – Die Heldenreise der Abstinenz“ fließen. Bei seinen Patienten kommt sein Programm gut an: Fühlt es sich doch besser an, sich als angehender Held zu sehen, denn als gescheiterter Süchtiger.

 

 

 

Zur Person: Jürgen Behring, Jahrgang 1958, Diplom-Sozialpädagoge/Suchttherapeut mit gestalttherapeutischer und familientherapeutischer Qualifikation. Gebürtig aus Lübbecke/Westfalen. Seit 2000 tätig in der stationären Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen. Erste Station war die Fachklinik am Kyffhäuser in Kelbra. Im Oktober 2016 kehrte er zurück nach Kelbra: in die heutige Barbarossa-Klinik. Langjährige Erfahrung in Körpertherapie (Bonding u.a.), systemischer Aufstellungsarbeit, Initiatisch-phänomenologischer Arbeit, männerspezifischer Drogentherapie, sowie "Trauma und Sucht"(u.a. "Sicherheit finden" - nach Lisa Najevits) u.v.m. .


 

 

 

 

 

 

(passend gefunden in der MZ-Mitteldeutsche Zeitung vom 20.02.2017)